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Lesungen
Öffentliche Lesungen
sind für Autorinnen und Autoren eine Möglichkeit zu erfahren,
welche Wirkung ihre Texte in der „ungeschützten“ Öffentlichkeit
haben.
Im Schreiballtag gibt es ja in der Regel niemanden, der ein Feedback über
den neuen Text gibt, dann schon eher im Familien- oder Freundeskreis.
Aber das ist nicht so einfach:
Entweder sind die Rückmeldungen so euphorisch, dass wir den Eindruck
haben könnten, gerade einen Jahrhunderttext geschrieben zu haben,
oder die Kritik ist so niederschmetternd, dass wir am liebsten zum wiederholten
Male einfach mit dem Schreiben aufhören möchten, um vielleicht
doch lieber einen Bienenstamm zu halten oder Orchideen zu züchten.
Die Lange Nacht
der Autoren
Lesungen wie die Lange
Nacht der Autoren des INKAS Instituts sind eine Ergänzung zu
den Seminaren. Vor einem breiten Publikum tragen Seminarteilnehmerinnen
und -teilnehmer aus unterschiedlichen Regionen ihre Texte vor unbekanntem
Publikum vor.
Das Publikum als Resonanzraum für bisher unveröffentlichte Texte.
Autorinnen und Autoren sind Komponisten, die ihre Melodien mit Worten
komponieren. Durch das Vortragen ihrer Texte erfahren sie mehr über
die Qualität ihrer Texte. Die Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmer
werden in speziellen Seminaren auf öffentliche Lesungen vorbereitet.
Dort werden sie unter fachlicher Anleitung lernen, ihre Texte zu sprechen
und entsprechend vor einem Publikum darzustellen.
Die erste Lange Nacht der Autoren wurde bereits 1990 in Bingen
veranstaltet, danach in Bad Kreuznach, Bad Sobernheim, St. Moritz, im
Kunstzentrum Bosener Mühle, in der Versöhnungskirche in Ingelheim,
in St. Wendel, in Quierschied und an anderen Orten.
Es wurden auch experimentelle Lesungen in einer Eishöhle in der Eifel,
in der Gnadenkapelle im Kloster Himmerod oder auf der Landesgartenschau
in Bingen durchgeführt.
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